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Sehenswürdigkeiten in Aichwald

Kennen Sie die Schätze Aichwalds?

Aichwald besitzt eine stattliche Anzahl an Bau- und Kunstdenkmalen, die Zeitzeugen der jahrhundertlangen Ortsgeschichte sind. Neben der landschaftlich reizvollen Lage sind sie es vor allem, die den Charme der Schurwaldgemeinde ausmachen.

Besonders herausragend sind die vier historischen Kirchengebäude.

Aichwalds Kirchen: Kunstdenkmäler von Rang

Ev. Pfarrkirche "Zu unserer lieben Frau" in Aichelberg

Zu den bedeutendsten Baudenkmalen Aichwalds zählt sicherlich die evang. Pfarrkirche "Zu unserer lieben Frau" in Aichelberg.

Das Gotteshaus befand sich noch nach dem Zweiten Weltkrieg weit außerhalb des Ortes auf freier Flur. Mittlerweile markiert es die südliche Baugrenze des in den letzten Jahren stark angewachsenen Teilortes.

Die Kirche ist wohl aus einer Mitte des 15. Jahrhunderts der Mutter Gottes geweihten Wallfahrtskapelle entstanden. Bereits um 1482, unter der Herrschaft der Herren von Stetten, wurde sie zur Pfarrkirche erhoben. Das Gotteshaus hatte eindeutig auch Verteidigungsaufgaben zu erfüllen, worauf die im ersten Turmobergeschoss befindlichen Schießscharten hinweisen.

Ev. Kirche "Krummhardter Kirchlein"

Eine Rarität ist das winzige Krummhardter Kirchlein!

Es zählt zu den hübschesten Gotteshäusern des Landkreises Esslingen: Die im 18. Jahrhundert entstandenen Bemalungen von Decke, Kanzel, Emporen- und Gestühlsbrüstungen verleihen dem Inneren eine heitere und zugleich festliche Note.

Dem Besucher wird hier ein weitgehend ungestörtes Bild einer im sogenannten Bauernbarock ausgestalteten württembergischen Dorfkirche vermittelt. An die vorreformatorische Zeit – 1483 wird zum ersten Mal für Krummhardt eine Kapelle erwähnt – erinnert nur noch wenig: Vermutlich entstand das Kirchlein in seiner heutigen Form erst nach dem Dreißigjährigen Krieg.

Ev. Pfarrkirche in Schanbach

Die evangelische Chorturmkirche ist das herausragendste Baudenkmal Schanbachs.

Bezeichnenderweise stellt seit 1971 der bekannte Böblinger Modellhersteller Kindler & Briel das malerische Gebäude als getreue Kopie im Maßstab 1:160 her.

Bei dem Gotteshaus handelt es sich um eine ungefähr um 1500 entstandene Chorturmkirche. Das bei der Außenerneuerung 1965 freigelegte Fachwerk des Turmaufsatzes ist mit seinen Verblattungen (bis etwa 1550 verwendete Holzverbindungen) das älteste in Aichwald. Die in Esslingen 1498 von Pantlion Sidler zu Ehren der vier Evangelisten gegossene Glocke stammt aus der Bauzeit des Turmes.

Foto: Edith Kowarsch, Fotoclub Aichwald

Ev. Pfarrkirche „St. Gereon und Margaretha“ in Aichschieß

Eine Besonderheit bietet auch die evangelische Pfarrkirche „St. Gereon und Margaretha“ in Aichschieß: Sie besitzt mit ihren seit etwa 1890 wieder freigelegten frühgotischen Wandmalereien (um 1320) eine herausragende Kostbarkeit.

Daneben bietet das Kirchlein noch weitere, um die Mitte des 15. Jahrhunderts entstandene Wandmalereien.  

Foto: Gerd Kurbjuhn, Fotoclub Aichwald
Um 1320 entstandene Wandmalerei, Foto: Gerd Kurbjuhn, Fotoclub Aichwald

Zierfachwerk und Heimatstil

In allen Aichwalder Ortsteilen sind beachtliche, zum Teil vorbildlich hergerichtete Fachwerkhäuser zu finden. Dass zahlreiche Fachwerkhäuser verputzt sind, hängt nicht nur mit dem Bestreben der Eigentürmer zusammen, pflegeleichtere Fassaden zu bekommen. Seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts war es sogar modern geworden, Zierfachwerk zu verputzen. Somit konnte der teurere und damit begehrtere Steinbau vorgetäuscht werden. Zugleich sollte der Putz die Gefahr des Übergreifens der Flammen bei Hausbränden mindern.

Ein Umschwung in der Architekturmode, welcher etwa im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts einsetzte, bewirkte wieder die Beachtung und Freilegung der alten Fachwerkschmuckformen. Zahlreiche Gebäude wurden bis Mitte des 20. Jahrhunderts sogar im sogenannten Heimatstil neu erbaut. Gute Beispiele hierfür sind die ehemaligen Rathäuser in Schanbach (1940), Aichelberg (1948) und Aichschieß (1949).

Das ehem. Rathaus in Aichschieß wurde 2016 aufwendig saniert, Foto: Oliver Stilz

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