Gedenktafel Eugen-Grimminger-Platz


Gedenktafel Eugen-Grimminger-Platz

 „Nichts Größeres kann der Mensch dem Menschen geben, als die Wahrheit  - wahr sein bis zur Entsagung“ Eugen Grimminger
 
 
Der Platz bei der Friedenslinde in Aichwald-Lobenrot ist nach dem Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime Eugen Grimminger (1892 – 1986) benannt. Der Unterstützer der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ um Sophie und Hans Scholl lebte von 1957 bis zu seinem Tod in seinem Landhaus „Ettenfürst“ in der Schanbacher Str. 38 zwischen Schanbach und Lobenrot.

Als siebtes Kind eines Lokomotivführers am 29. Juli 1892 in Crailsheim geboren, legt Grimminger nach Besuch der Realschule und einer Verwaltungslehre 1913 die Mittlere Verwaltungsdienstprüfung ab. 1914 bis 1918 dient er als Soldat im Ersten Weltkrieg, aus dem er als mehrfach ausgezeichneter Unteroffizier - und überzeugter Pazifist - zurückkehrt. 1922 heiratet Grimminger die Jüdin Jenny Stern und wird 1935 wegen „jüdischer Versippung“ aus seinem Amt als Oberrevisor beim landwirtschaftlichen Genossenschaftsverband in Stuttgart entlassen. Ab 1937 ist er als öffentlich vereidigter Buchprüfer zugelassen und betreibt in Stuttgart ein selbständiges Treuhand- und Beratungsbüro.
 
Über die Freundschaft zu Sophie Scholl stößt Grimminger 1942 zur Widerstandsgruppe „Weiße Rose“. Grimminger hatte das Büro von Sophies Vater Hans Scholl betreut, während dieser 1942 auf Grund von Schwierigkeiten mit dem NS-Regime in Haft saß. Fortan unterstützt er die „Weiße Rose“ durch zahlreiche Sach- und Geldspenden, die es den Studenten ermöglichen, ihre Flugblätter in hohen Auflagen zu drucken und an mehreren Universitäten und Großstädten zu verteilen. Nach Verhaftung der „Weiße Rose“-Mitglieder wird auch Grimminger von der Gestapo gefangen genommen und im April 1943 vom Volksgerichtshof zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Nur durch die mutige und kluge Aussage seiner damaligen Sekretärin Tilly Hahn kann das beantragte Todesurteil in letzter Minute abgewendet werden. 
 
Grimmingers Widerstand beschränkt sich nicht nur auf die Unterstützung der „Weißen Rose“: Über sein Stuttgarter Wirtschaftstreuhand- und Beratungsbüro gelingt es ihm, politisch Verfolgten sowie jüdischen Freunden und Verwandten zur Flucht aus Deutschland zu verhelfen. Seine jüdische Ehefrau indes kann Grimminger nicht mehr vor dem KZ retten: Während er in Ludwigsburg inhaftiert ist, wird Jenny Grimminger nach Ausschwitz deportiert und im Dezember 1943 ermordet.
 
Nach dem 2. Weltkrieg ist Grimminger maßgeblich am Aufbau des landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens in Baden-Württemberg beteiligt. Während seiner Amtszeit als dessen Präsident gründet er bis 1959 zahlreiche, noch heute bedeutende Landesgenossenschaften und die erste Genossenschaftsschule in Württemberg. Er wird zum Ehrensenator der Universität Hohenheim und zum Präsidiumsmitglied des Deutschen Raiffeisenverbandes ernannt.
 
1957 zieht Grimminger mit seiner zweiten Frau Tilly – die ihn 1943 vor dem Todesurteil gerettet hat – von Stuttgart nach Lobenrot. Noch im selben Jahr gründet er die Schurwaldbank, der er bis 1971 vorsteht. Im Ruhestand widmet sich Grimminger intensiv dem Tierschutz, ist viele Jahre Vorsitzender des Stuttgarter Tierschutzvereins und gründet 1964 zusammen mit seiner Frau die Stiftung für Zoonosenforschung, welche noch heute Krankheiten erforscht, die von Tieren auf Menschen übertragbar sind. Auch auf ihrem großen Grundstück in der Schanbacher Straße kümmern sich Tilly und Eugen Grimminger zeitlebens um zahlreiche Tiere.
 
Am 10. April 1986 stirbt der Nazigegner, Widerstandskämpfer, Pazifist, Genossenschafter und Tierfreund Eugen Grimminger im Alter von 93 Jahren in Lobenrot.

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